Zu viele Interessen...
Seit Sept 2009 bin ich nun also Mama einer zauberhaften, kleinen Tochter. Vorher hatte ich mir eine Auszeit genommen. Das heißt, ich war jetzt ein gutes Jahr nicht mehr "im Business". Ich hatte mir kein Ziel gesetzt, wann ich wieder arbeiten gehen wollte. Auf der, ja nun schon fast 36-jährigen "Suche nach mir selbst" wollte ich nun wissen, ob vielleicht das ganze Streben im Beruf gar nicht mein Lebenszweck sein sollte. Vielleicht sollte es ja meine Aufgabe sein, Kinder groß zu ziehen und damit erfüllt zu sein.
Das klingt in der heutigen Zeit für viele sehr altmodisch. Doch genau deshalb - eben um mich nicht von diesen gesellschaftlichen Vorgaben beeinflussen zu lassen - wollte ich es einfach ausprobieren. Ohne Vorbehalte. Warum sollte eine Frau nicht im Muttersein voll aufgehen? Dieser "Job" stellt meiner Meinung nach hohe Ansprüche an einen Menschen. Mehr Belastbarkeit, Geduld, Hingabe, Motivation und Kenntnisse in vielfältigen Lebensbereichen sind hier gefragt, als in so manch anderem Beruf.
Besonders die Sache mit der "Hingabe" ist aber gar nicht so einfach. Ich glaube, dass alleine die wirkliche, tiefe Bedeutung des Wortes schon nicht mehr vielen Leuten klar ist. Die meisten Menschen machen ihren Job, weil sie ihn halt machen müssen. Wenigen ist es vergönnt, einen Beruf auszuüben, der sie einigermaßen erfüllt. Dass jemand mit voller Hingabe in seinem Beruf arbeitet, ist noch viel seltener. Und dazu kommt, dass dies oft verwechselt wird mit "Aufgabe", also dem Aufgeben der eigenen Person bzw. Persönlichkeit, indem man sich ganz und gar dem Job opfert sozusagen. Burn out's und Stressdepressionen als Folge davon sind zahlreiche Erscheinungen in der heutigen Zeit.
Ich wollte mich aber Hingeben. Mutter sein, ohne dabei irgendwann aus den Latschen zu kippen und nur noch mit Augenringen durch die Gegend zu rennen. Zu lieben was ich da jeden Tag zu Hause tue ohne mich selbst kaputt zu machen, weil ich die perfekte Mama sein will.
Habe ich das geschafft? Jein.
Ja - am Anfang. Ich bin froh, dass ich mir so viel Zeit nehmen konnte mit meiner Tochter und die ersten Wochen und auch Monate waren wirklich wunderbar.
Nein - auf Dauer. Ich habe festgestellt, dass ich keine Vollzeit-Mama auf ewig sein kann. Das ist in Ordnung für mich, da ich ruhigen Herzens sagen kann, dass ich es ausprobiert habe. Natürlich gibt es nun viele Menschen die sagen: "Das hätte ich Dir gleich sagen können, dass Du so nicht bist." Das ist ok... ich wollte es eben für mich selbst herausfinden. Bei sowas bin ich stur :-)
Aber warum kann ich auf Dauer nicht mehr nur Mutter sein? Die Antwort ist - obwohl ich sie nicht sofort gefunden habe - aber jetzt ganz klar:
Ich bin zu vielfältig, ich habe zu viele Interessen. Ich bin Coach und Trainerin, Mama und Frau, Künstlerin und Tänzerin.
Im Januar habe ich daher meine Auszeit offiziell beendet, jedoch ohne mich sofort Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzen. Nun sind weitere 4 Monate vergangen, ich habe bereits wieder den ein oder anderen Coachingklienten und in meiner Freizeit male und lese ich. Und natürlich kümmere ich mich immer noch 24/7 um meine Tochter. Aber ich merke: das reicht mir nicht. Ich will mehr. Und deswegen geht es jetzt wieder richtig los....Veränderungen stehen bevor.