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Mai 2011

Moms in Business – Mütter für Mütter

 

Gemeinsam schaffen, was man alleine nicht schafft.

 

Meine/unsere Situation

Die Arbeitswelt / Unternehmen - alles andere als kinderfreundlich.  Ein Artikel der Zeitung NIDO – einer neuen Elternzeitschrift vom stern – zeigt, dass zwischen den Wünschen der Mütter, die wieder in ihren Beruf zurückkehren wollen und den Vorstellungen, Ansprüchen und Strukturen der Unternehmen eine weite Kluft liegt. Oft werden Abmachungen, die vor der Elternpause gemacht wurden, von den Unternehmen nicht eingehalten oder Frauen müssen Jobs machen, die weit unterhalb ihrer Qualifikationen liegen, da in „höheren“ Jobs keine Halbtags- bzw. Teilzeitarbeit möglich ist.

Die Politik – verspricht Änderungen, aber die bisherige Lösung mit dem Elterngeld und der Elternzeit für Väter hat an der Situation ja auch noch nichts wirklich Bewegendes geändert.

Der Alltag der Frau - Wenn man aktuellen Studien glauben darf, fallen Frauen, selbst die, welche vor der Familiengründung in einer gleichberechtigten Partnerschaft gelebt habe, nach der Geburt eines Kindes in die traditionelle Rolle der Hausfrau und Mutter zurück und verrichten den Löwenanteil der Arbeit im Haus und mit den Kindern.

 

Selbständig als Coach?

Will ich als Selbständige irgendwas reißen, muss ich – alleine auf mich gestellt –mein Kind für eine gewisse Zeit weggeben, denn den Job als Coach mal so zwischendrin zu machen… das schaffe ich einfach nicht. Ich hab ja jetzt schon Probleme, die Mails meiner Kunden regelmäßig zu beantworten. Bei mehr Kunden… geht gar nicht. Termine für Coachings außer Haus auszumachen… geht im Moment – alleine – auch nicht. Ich persönlich will aber nicht irgendeinen Halbtagsjob in irgendeiner Firma, für den ich eigentlich überqualifiziert bin.

 

Krippe als Lösung?

Ich könnte mein Kind ja in eine Krippe geben. Dann hätte ich mehr Zeit. Das ist natürlich etwas, das jeder für sich entscheiden muss, aber in meinem Fall wiederspricht dies meinen Vorstellungen von Erziehung, von dem was (m)ein Kind braucht, vom Mutter sein. „Ja dann hast Du halt Pech gehabt und musst zu Hause bleiben,“ könnte man nun sagen „man kann nicht alles haben.“ Das sehe ich anders. Ich denke, dass dies nicht „mein Pech“ ist, sondern ein gesellschaftliches Problem. Kinder sind in fast allen „Erwachsenenbereichen“ unerwünscht und stören, als Mutter wird man sehr schnell zur Windelexpertin abqualifiziert.

Aber in erster Linie ist für mich eines wichtig: nämlich dass ich mich weiterhin beruflich betätigen kann und damit auch für mich und mein Kind die zufriedene und ausgeglichene Mutter und Frau sein kann, die ich gern sein möchte.

Was also ist zu tun? Zu Hause sitzen und darauf warten, dass die Welt um mich herum die Dinge so ändert, dass sie für mich passen? Auf Politik und Unternehmen hoffen, dass sich da in Richtung „familienfreundlich“ bald mal etwas ändert? Resignieren und mein „Schicksal“ als Mutter und Hausfrau hinnehmen?

 

Meine Vision

Vor einiger Zeit habe ich in einem Buch den Spruch gelesen: „Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Die Idee des „Dorfes“ hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, sondern dazu inspiriert, mir eine Lösung für meine Situation zu überlegen.

Ich würde alles darauf verwetten, dass es nicht nur mir als hochqualifizierte Mutter so ergeht, wie ich es oben beschrieben habe. Deshalb suche ich Gleichgesinnte, um gemeinsam zu schaffen, was man alleine nicht schaffen kann. Meine Ideen sind noch nicht ganz ausgereift und im Moment steht nur ein erster Entwurf, aber die Vision ist geboren.

Ich denke darüber nach, erst einmal so eine Art Bürogemeinschaft im Raum München zu gründen, in der wir Mütter zusammenarbeiten. Ein Arbeitsplatz, wo jeder sein Kind mitnehmen kann und nach seinen eigenen Vorstellungen betreuen kann. Als Freiberufler oder Selbständige sollte jeder auf eigene Rechnung arbeiten, die Betreuung der Kinder wird gemeinsam organisiert.

Normalerweise schaffe ich am Tag (alleine zu Hause) höchstens 2 Arbeitsstunden und dann bin ich schon gut! In der Gemeinschaft könnte ich z.B. 5 Stunden arbeiten und 3 Stunden für die Kinderbetreuung meines und der anderen Kinder einbringen. Dann arbeite ich schon fast 3-mal so viel, muss aber mein Kind nicht abgeben. Außerdem kann ich es mir einrichten, sie immer noch selbst zu füttern und wenn sie brav neben mir auf der Krabbeldecke spielt, brauche ich auch keine Betreuung, wenn ich z.B. gerade einfach Büroarbeit erledige. Eine Mischung also aus „das Kind bei sich haben“ und „bei Bedarf ins Spiel- oder Schlafzimmer zu den anderen Kindern bringen“.

Natürlich erfordert dies eine sehr gute Koordination, Organisation und ein Höchstmaß an Kommunikation und Gemeinschaftssinn. Natürlich wird es das Argument geben, dass die eine Mutter dann vielleicht mehr die Kinder betreut als eine andere. Deshalb brauche ich dafür Menschen, die da nicht so engstirnig an den eigenen Profit denken, sondern erst einmal an das gemeinsame Projekt. Ziel sollte sein, dass jede Mutter auf jeden Fall mehr arbeitet, als wenn sie alleine zu Hause mit den Kindern ist. Und dass jede Mutter ihre Selbständigkeit als Coach oder Trainerin wieder aufnehmen kann, in welchem Ausmaß muss man dann sehen, aber besser als gar nicht.

Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass man normalerweise als Coach nicht jeden Tag Coaching - bzw. Trainingstermine hat. An einem Tag ist mehr Büroarbeit angesagt - und dann steht vielleicht auch mehr Zeit für die Kinderbetreuung zur Verfügung – als an anderen Tagen, an denen man vielleicht voll eingespannt ist. Natürlich sind eigene Termine dann auch immer in guter Abstimmung mit den anderen zu machen, damit es (organisatorisch, finanziell und zwischenmenschlich) funktionieren kann.

Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, eine flexible Kinderbetreuung zu finden, die in der Gemeinschaft nach Bedarf eingesetzt wird und z.B. auch auf kurze Geschäftsreisen mitgenommen werden kann.

Das sind mal so die groben Eckpunkte, ich habe schon seitenweise in meinem Projektbuch mit Gedanken und Überlegungen gefüllt, die ich hier natürlich jetzt nicht alle niederschreiben schreiben kann.

Ich weiß nicht, ob es so etwas schon gibt oder ob es funktionieren kann. Aber wenn es funktioniert, wäre es eine neue Art von Unternehmensgeneration. Eine, die wir dringend brauchen, wenn Mütter nicht weiterhin zu Hause versauern wollen oder ihre Karrieren auf ein dürftiges Minimum reduzieren wollen.

Wenn ich es schaffe, einige Frauen zu einem ersten Treffen zu motivieren, könnte die Idee in der Gemeinschaft reifen und wachsen.

 

Frauen, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben, können sich jederzeit gerne bei mir melden!

 

 
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